Wie der Stockfisch der Lofoten nach Italien kam

"Vom dritten Februar bis zum 14. Mai 1432 befanden wir uns im ersten Kreis des Paradieses, den Ländern Italiens zur Schmach und zur Schande." Die elf Männer, die durch einen Zufall lebend im offenen Meer vor den Lofotinseln aufgefunden worden waren, konnten die einheimische Bevölkerung der Insel Røst nicht genug loben und preisen. Die 120 Bewohner dieser kleinen Fischersiedlung hatten die schiffbrüchigen fremden Seeleute mit einer menschlichen Wärme aufgenommen, von der die Berichte, die die Italiener später über ihre angstvolle Reise und die auf der "L´isola di Santi" (der Insel der Erlösung) genossene Gastfreundschaft schrieben, deutlich geprägt sind.

Der Ausgangspunkt für diese bemerkenswerte Begegnung zweier Kulturen im hohen Norden ist im fernen östlichen Mittelmeer zu finden. Im Frühsommer 1431 stach der venezianische Kaufmann und Kapitän Pietro Querini von Iraklion auf Kreta aus in See und nahm Kurs auf Brügge in Flandern. Insgesamt 68 Mann, zumeist aus Italien, bildeten die Besatzung dreier Handelschiffe, die mit Weinfässern und Gewürzen für den westeuropäischen Markt geladen waren. Vor der Westküste Frankreichs gerieten die Schiffe in einen heftigen Sturm, kamen völlig vom Kurs ab und wurden auseinander getrieben. Wahrscheinlich wurden sie von Windstößen in den Nordwesten von Irland und Schottland gebracht. Der Sturm beschädigte die Schiffe so sehr, dass die Seeleute in die Rettungsboote steigen mussten. Wochenlang kämpften sie gegen Wind und Kälte an. Viele Männer ertranken oder gingen an Hunger und Erschöpfung zugrunde, während sie ihrem Schicksal überlassen mit dem Golfstrom im Nordatlantik trieben. Kurz nach Neujahr, im Januar 1432, strandeten die Überlebenden auf einer Schäreninsel kurz vor der Lofotinsel Røst. Nach fast einem Monat wurden sie von einheimischen Fischern aufgefunden und verbrachten danach über drei Monate bei den Leuten von Røst. Mitte Mai 1432 machten sie sich schließlich auf die Heimfahrt nach Italien. Die erste Etappe nach Trondheim legten sie mit einheimischen Stockfischkuttern zurück. Die stürmische Fahrt, der Schiffbruch, der Aufenthalt auf Røst und die Heimreise sind von Querini selbst und zwei Männern aus seinem Gefolge beschrieben und aufgezeichnet worden.

 

In erster Linie ist es fesselnd zu lesen, wie die Italiener das Alltagsleben und die Lebensbedingungen einer nordnorwegischen Küstenbevölkerung im Spätmittelalter schildern. Der ungewöhnliche kulturelle Kontakt hat in einen der wenigen überhaupt existierenden Augenzeugenberichte aus dem Mittelalter über die volkstümliche Küstenkultur in Norwegen resultiert. Die Italiener beschreiben ein primitives, aber glückliches Volk, das in einem idyllischen Zustand des Friedens und der Unschuld lebt. Dieser Reisebericht erinnert nicht wenig an die Vorstellungen der Antike von den sagenumwobenen Hyperboreern, die im äußersten Norden in vollkommener Rechtschaffenheit lebten. Der herablassende Ton Menschen und Natur gegenüber, der uns in späteren Schilderungen aus dem Norden begegnet, ist den Venezianern fremd.

 

"Die Männer auf diesen Inseln sind die makellosesten Menschen die es gibt, und sie haben ein schönes Aussehen; das Gleiche gilt für ihre Frauen. Sie sind so arglos, dass sie sich nicht darum kümmern, irgendetwas abzuriegeln; nicht einmal auf ihre Frauen geben sie Acht. Und das war leicht zu sehen, denn in dem gleichen Raum, in dem der Mann mit seiner Frau und den Kindern schlief, wohnten auch wir, und vor unseren Augen zogen sie sich nackt aus, wenn sie schlafen gehen wollten", beschreibt Querini die Bevölkerung der kleinen Insel am "Culo Mundi" - dem Ende der Welt. Er fügt hinzu, dass alle fromme Christen seien, und berichtet recht ausführlich von ihrer Fischerei und Stockfischproduktion.

 

Heute wird das dramatische Ereignis vor fast 600 Jahren herangezogen, um Pietro Querini als den ersten Stockfischexporteur darzustellen und um die wirtschaftlichen ebenso wie die freundschaftlichen Verbindungen zwischen Italien und Nordnorwegen zu betonen.

 

 

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