Essen auf Reisen

Hier ist nun mein Beitrag zur (Blog)-Parade - Essen auf Reisen - ! Ich beteilige mich gern an der lobenswerten Initiative meiner virtuellen Freundin Zypresse!

 

Als ich im Jahre 1961 offiziell und ganz bewusst mit dem Tourismus (auch grenzüberschreitend) begann, war daran mein Freund Steffen schuld, denn er war Bergsteiger. Bekannter weise hat der Wanderer und Bergsteiger seinen Rucksack dabei. In ihm hatte alles Notwendige verstaut zu sein. Außer der Kletterausrüstung und der Bekleidung, mussten auch die "Fressalien" und das Getränk verstaut werden. Die Felsenwelt der sächsischen Schweiz, am Oybin bei Zittau, die Greifensteine usw. waren u.a. unsere Reiseziele. Geschlafen wurde im Freien, oder in einer Herberge und die Verpflegung kam aus dem Rucksack!

Doch Dresdens Grenznähe zu den Klettergebieten in der CSR/CSSR (so hieß Tschechien zu DDR- Zeiten), war Verlockung für uns, sodass dort meine (unsere) ersten größeren Reiseziele lagen. Die "Volksrepubliken" Polen, Ungarn, Bulgarien und Rumänien waren für uns noch recht mühelos erreichbar. Mit unserem Bruderland, der Sowjetunion sah das schon etwas anders aus. Doch das hat mit dem Thema hier nichts zu tun, dazu vielleicht einmal an anderer Stelle.

 

Ergo, ich war über 25 Jahre auf neudeutsch Backpacker - Rucksacktourist und hatte den Großteil der Verpflegung stets auf dem Rücken. Das Bier natürlich kauften wir vor Ort oder saßen in der Schänke, das wäre nicht zu erschleppen gewesen. Aber auch hier gab es Ausnahmen, denn bei Wander- und Kletterfahrten in entlegenere Gebiete hatten wir selbst  zwei, drei Flaschen Bier mit im Rucksack!

 

Zu den praktischsten und beliebtesten Rucksackmenü´s zählten neben dem Brot im Ganzen (geschnitten wurde es vor Ort) in jedem Fall der obligate sächsische Kartoffelsalat, gekochte Eier, damals für mich noch der Rindfleischknacker, hausgemachte Bouletten, sächsische Quarkkeulchen, Konservenbüchsen aller Art, Äpfel, Möhren und anderes saisonales Obst und Gemüse!

Besonders hervorheben will ich an dieser Stelle den "Nahrungsmittelaustausch" unter den Wander- und Bergfreunden. Ob im Freien in einer Boofe (Freiübernachtungsstelle, speziell im Elbsandsteingebirge) oder am Tisch in oder an der Schänke, alles Essbare wurde in die obligate Mitte gelegt und jeder bediente sich. So entstand fast immer ein vertretbar gutes Menü. Das kleine Feuer an Ort und Stelle (dort wo es möglich war) veredelte diesen oder jenen Leckerbissen wie z.B. die böhmischen Topinky´s!

Ich will damit zum Ausdruck bringen, dass das Essen im weitaus größten Teil meines bisherigen Lebens immer recht einfach und rustikal war. Vor allem wurde gegessen, wenn der ausgepowerte Körper über die "Schaltzentrale" die Nahrungsaufnahme forderte! 

 

Ein Gourmet also war ich nie und bin es bis heute nicht. Das hängt auch unmittelbar mit einem Erlebnis aus meiner Jugendzeit zusam- men. In meinem 19. Lebens- jahr wurde ich als Rohr- leitungsmonteur unfreiwillig Zeuge einer Bockwurst- produktion in einer Groß- fleischerei! Was ich da sah verdarb mir für mein weiteres Leben den Appetit auf tieri- sche Proteine um es moderat zu formulieren.

Meine Ernährungsskala beginnt mit allerlei Obst und Gemüse, erstreckt sich über Vollkornbrot und Butter als Brotaufstrich, der gesamten Palette von Milchprodukten, Eiern sowie Fisch und Weißfleisch. Ich versuche meine Ernährung mit möglichst naturbelassenen Produkten abzudecken.

 

Wenn ich (wir) im Ausland unterwegs sind, ist unser Ernährungsstil natürlich nicht immer ein zuhalten. Hier lobe ich mir die Essgewohnheiten der Inder und Thai´s, die das freilich auch und vor allem aus finanzieller Sicht tun müssen. Sie ernähren sich nämlich größtenteils von regional angebauten pflanzlichen Produkten.

 

Die indische Küche, sie ist ja regional stark unterschiedlich und sehr gewürz- und schärfeabhängig. Die Vielfältigkeit der Gerichte hängt zum einen von der religiösen Kulturgeschichte und kolonialer Einflüsse ab. Besonders hervor zu heben ist der Vegetarismus. Aus religiösen und kastenbedingten Gründen ist das fleischlose Essen weit verbreitet, das kam mir sehr entgegen. Hühnerfleisch, Hülsenfrüchte als die Eiweißlieferanten Reis und Fladenbrot sind die Hauptnahrungsmittel. Die Fladenbrotsorte Naan hatte mir es besonders angetan.

Der oder die Dal (Daal oder auch Dhal), ein fast absolutes Hülsenfrüchtegericht, welches mich entzückte. Sie gibt es regional in den unterschiedlichsten Variationen und war für und das Essen schlechthin.

Nicht zu vergessen ist das CTM (Chicken tikka masala), ein Gericht aus gegrillten Hähnchenfleisch Stücken in einer sehr würzigen Tomatensoße mit Naan und/oder Reis serviert, ein Genuss! Dazu sollte man ein Mango- Lassi (indisches Joghurt Getränk) trinken, es mildert die Schärfe des Essen im Mund und schmeckt sehr gut!

 

Da ich bekanntlich erst Ende 2012 für längere Zeit in Thailand weilte sind mir die dortigen Spezialitäten, nach meinem Gaumen, noch gut in Erinnerung. Fried Fish oder Fried Chicken Sweet and Sour oder Fried Fish with Garlic and Pepper  sind absolute Gaumenknaller. Wenn dann noch Fried Prawn with Pinapple gegessen wird, natürlich an einem anderen Tag, dann ist alles Paletti. Von dem reichhaltigen Salat- und Fruchtbuffets davor und danach, will ich garnicht anfangen zu schreiben, ich käme aus der Schwärmerei nicht heraus!

Das waren nur einige Gerichte zum Zunge schnalzen, da habe ich noch nichts von dem Bananen Omelette, an fast jeder Ecke stehen die "Backkünstler", die man gesehen haben muss, erzählt. Denn in so artistischer Eleganz, wie dieses Machwerk gefertigt wird, so unnachahmlich schmackhaft sind diese auch, die typischen Thai- Omeletts.  

 

In Tschechien lobe ich mir natürlich die böhmischen Knedliky-Knödel. Leider dominieren in Tschechien die Gerichte mit Schweinefleisch. Die lasse ich links liegen. Doch dafür sind Zwetschgen- und Marillenknödel sowie Powidltascherl und Buchteln besonders schmackhaft!

Die Palatschinken und Bramboráčky mit Käse sind schon ein Leckerbissen. Von den Topinky´s will ich garnicht erst reden, die sind hinlänglich bekannt und zum böhmischen Schwarzbier ein echter Gaumenschmaus! In meiner Aufzählung an böhmischen Köstlichkeiten ohne Fleisch dürfen auch die Olmützer Quargel, die Znaimer Gurken, gebackene Forelle oder Dorade und die verschiedensten Polevkas (Suppen) nicht fehlen!

 

In Marokko kommt der Gaumen voll auf seine Kosten. Die typischen Gerichte der marokkanischen Küche gelten weltweit als kulinarische Spezialitäten.

Speisen aus der Tajine (ein rundes, tönernes Schmorgeschirr) mit Couscous sind die Nationalgerichte des nordafrikanischen Landes. Tajine kann man als eine Art Eintopf mit Gemüse und Fleisch oder Fisch bezeichnen, der im traditionellen Tontopf gekocht wird. Als absoluten Renner habe noch Tajine de lapin au sésame in Erinnerung. Hauptanteil des Fleisches ist Kaninchen oder Huhn und dieses schmort dann in allerhand Zutaten wie Tomaten, Schalotten, Karotten, Staudensellerie, Knoblauch, Basilikum, Salbei, Thymian, Pinienkerne, Sesam, Piment, Zimt, Honig, Safran, Olivenöl und natürlich Salz und Pfeffer! Schon während des Schreibens läuft mir wieder das Wasser im Mund zusammen, eben eine edle Köstlichkeit, aus dem Maghreb, der besonderen Art. Dazu noch handgepressten Orangensaft und die Seele bzw. das mitteleuropäische Immunsystem ist wieder voll funktionsfähig!

 

Nun werde ich noch über die australische Küche einige Worte verlieren, die ja in der Hauptsache auf der britischen Küche aufgebaut ist. Das Bier wie XXXX, Victoria, Fosters u.a. habe ich noch in bester Erinnerung, weil ja trinken bei den Temperaturen eher  zu den häufigeren Tätigkeiten zählt als das Essen. Fischgerichte, Straußen- und Krokodilfleischgerichte sind mir zwar erinnerlich, doch auf meiner organischen HD haben sie keinen fest eingebrannten Speicherplatz.

Hingegen der typisch australische Aufstrich Vegemite auf Toastbrot, welcher für unsere Gaumen sehr gewöhnungsbedürftig ist, hat eher ein Minusvorzeichen in meinem Gedächtnis. Also lebten wir dort von den Supermarkt Angeboten aus dem Frezzer des Bush Campers und das klappte auch!

 

Die ethnische Vielfalt in den Staaten bestimmt auch die regional unterschiedlichen Küchen. Die Kochkulturen im Lande der Einwanderer sind sehr unterschiedlich, sodass man von einem typischen amerikanischen Gericht eigentlich gar nicht schreiben kann. Vielleicht sind die BB Spareribs (essen wir ja nicht) oder American Pie als typisch amerikanische Kost zu bezeichnen, doch dann war es das auch schon. Vom dem ganzen Fast Food halten wir garnichts!

Da wir uns aber eher in Alaska aufgehalten hatten, sind sämtliche Seefischgerichte, der Red Salmon ist besonders hervor zu heben, ein absoluter Gaumenschmaus! Hier die einzelnen Spezies aus der Masse der besuchten Bars und Inns hervor zu heben, erspare ich mir, es wäre eine Sisyphusarbeit! 


 

Na dann wünsche ich allen, die das mögen, guten Appetit!

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Kommentare: 2
  • #1

    zypresse (Dienstag, 05 Februar 2013 15:50)

    Lieber Andreas,
    am spannendsten finde ich, was Du über die Wanderungen im real existierenden Sozialismus erzählst, über die Boofe und den "Nahrungsmittelaustausch" unter den Wander- und Bergfreunden. Das ist für mich "Wessi" fast noch fremder als das Essen in Indien und Thailand (na ja, ein wenig gab/gibt es diesen Essenstausch auch heute noch unter Wanderern, bei gemeinsamen Safaritouren in Afrika hilft man sich auch gegenseitig aus - und selbst bei Picknick anläßlich eines Konzerts habe ich das schon erlebt (den Tausch Hühnerbein gegen Baguette...)
    Schön, daß du dabei bist!

  • #2

    Beate (Sonntag, 10 Februar 2013 11:24)

    Hallo Andreas,
    "Fressalien aus dem Rucksack" … hach, das waren noch Zeiten, an die auch ich mit leichter Wehmut zurückdenke!
    Eine wunderbare kulinarische Weltreise hast Du hier beschrieben, bei der vor allem auch meine bevorzugte indische Küche nicht zu kurz kommt. Im Gegensatz zu Dir zähle ich allerdings auch Fisch, Meeresfrüchte, Hühnchen und Kaninchen zu den tierischen Proteinlieferanten ;-)))
    Ich wünsche Dir noch viele weitere eindrucksvolle Reisen - und werde demnächst hierher zurückkommen, um mir auch "den Rest der Seite" noch anzusehen!
    Beate (die nichts isst, was Augen hat!)

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