Wrocław (Breslau) um 900 gegründet, von mehre-ren Kulturen geprägt, tausendjährige Hauptstadt Niederschlesiens - 2016 Kulturhauptstadt Europas

Die menschlichen Besiedlungsspuren in der Umge-bung des jetzigen Breslauer Stadtgebietes - der hi-storischen Hauptstadt Schlesien´s, der Hauptstadt des heutigen Niederschlesien´s reichen in ferne Zeiten (4500-1900 v. Ch.) zurück. Seit dem 9. Jh. gab es auf der Dominsel eine feste Siedlung, sie gilt als Geburtsort Breslau´s (Wrocław´s). 

Gegen Ende des 9. Jh. wurde die Breslauer Region vom slawischen Stamm der Slensanen besiedelt und dem Großmährischen Reich und nach dessen Untergang, Böhmen angeschlossen.

Einer Sage nach geht der Name der Siedlung, die um 990 vom Begründer des polnischen Staates, Herzog Mieszko I. aus der Dynastie der Piasten, erobert wurde, auf den Namen des Fürsten Wracislaw (Vratislav) zurück. Im Jahre 1000 gibt es auf der Dominsel bereits ein große Fürstenburg (Wortizlawa), die mehr als 2000 Einwohner zählte. Das Erzbistum Breslau wird auf Betreiben des Herzogs der Polanen und späteren Königs Boleslaw I. gegründet. Bereits 1100 war Breslau die Hauptstadt Schlesien´s, ein Teilfürstentum des Piastenreiches.

Die einstige Hansestadt (1387-1469) gehörte in seiner Geschichte zu verschiedenen Staaten - zu Polen der Piasten, zu Böhmen-Karl IV. (1335-1526), zu Österreich/ Habsburger (1526-1740), zu Preußen (1742-1871), zu Deutschland (1871-1945) und nach dem 2. Weltkrieg war sie eine gigantische Ruine (70 % der Bebauung wurden zerstört, siehe unteres Foto von 1945) und stand unter polnischer Verwaltung. Erst seit 1991 gehört sie völkerrechtlich zu Polen. 

Wrocław/Breslau die Stadt mit einer Fülle an geschichtlichen Ballast zeigte sich uns entspannt und zukunftsorientiert, was sich in der Einvernehmlich-keit des Umganges zwischen den "Wrocławern" und uns widerspiegelte!

Quelle: Fotografie eines öffentlich ausgehangenen Bildes vom Muzeum Miejskie Wrocławia am Rynek
Quelle: Fotografie eines öffentlich ausgehangenen Bildes vom Muzeum Miejskie Wrocławia am Rynek

Die Zerstörung der Stadt, nachdem die "Festung Breslau" am 06.Mai 1945 vor der 6. Armee sowjetischen Truppen kapitulierte war riesengroß.

Wir, d.h. Brigitte, Hannelore, Dieter und ich waren vom 09.07.-14.07.2015 in Breslau/Wrocław. Ganz im Gegen-satz zu unserer Krakaureise Ende Mai (mit Dieter) dieses Jahres, war uns der Wettergott dieses mal wohl ge-sonnen. Die Bustickets (Eurolines) und das Hotel Slask über Booking.com für unsere Breslaureise hatte ich On-line organisiert und gebucht. Einzig die Abfahrzeit in Dresden mit 0:30 Uhr ab Dresden Airport war ein joke, denn wir fuhren erst 1:10 Uhr Richtung Breslau weiter. Die spätere Ankunft war günstig, mit dem Taxi ging´s es weiter zum Hotel und, da angemeldet, checkten schon gegen 7:00 Uhr ein.

Das ausgezeichnete Frühstück ließen wir uns schmecken, dann Koffer aus-packen, knapp zwei Stunden Aklima-tisationszeit und schon gings zur na-hen Haltestelle der Breslauer Stra-ßenbahn ins Zentrum. Der absolute KNALLER ist der, dass Fahrgäste über 70 Jahre dieses Verkehrsmittel kos-tenlos benutzen dürfen - das Ticket ist nur der DPA oder Reisepass! Da können sich unsere Verkehrsbetriebe eine verdammt dicke Scheibe abschneiden. Wir dachten erst es ist ein fake!

 

Und noch etwas sei hier positiv erwähnt, die Hilfsbereitschaft und Freund- 

lichkeit der Polen, der Breslauer war erneut beispielhaft - Dankeschön!

Bildergalerie - Die ersten Stunden, der erst Tag in Wrocław (Breslau), Garnisonskirche. St. Elizabeth

An der südwestlichen Ecke des Marktlatzes (Rynek) auch "Großer Ring" ge-nannt, schließt sich der Salzring/Salzmarkt an. Hier wurde schon im 13. Jh. mit Salz gehandelt! Im Mittelalter wurde er auch Polenplatz genannt, denn überwiegend Polen verkauften des Salz aus der berühmten Salzgrube von Wieliczka. Zudem wurde hier auch mit Fisch, Honig und Wachs gehandelt. An seine einstige Handelsfunktion sollen heut die Blumenstände erinnern, die rund um die Uhr geöffnet sind.

Am 26. August 1827 wurde in der Mitte des Platzes zu Ehren des preuß. Feld-marschalls Gebhard Leberecht von Blücher ein Denkmal eingeweiht und zum Blücherplatz umbenannt.

Heute steht an der Stelle, wo einst der Blücher thronte, ein Obelisk-eine spitze Skulptur. Sie soll symbolisch an die Geschehnisse des 15. Jh. anknüpfen! Damals fuhr der berühmt/berüchtigte Wanderprediger und Inquisitor Johannes v. Capestrano auf Geheiß des Papstes durch das religiös darnieder liegende Europa und kam so auch nach Breslau. Unter dem Einfluss sein Moralpredigten, die er auch auf dem Salzplatz hielt, hatten die Stadteinwohner all ihre "Luxusgegenstände" hierher gebracht und verbrannt. Die Predigten, er predigte 40 Jahre lang täglich, führten indirekt zum Progrom gegen die jüdische Bevölkerung der Stadt.

Hieran soll die Form dieser symbolischen Flamme erinnern, die 1996 vom Architekten Adam Wyspianski entworfen wurde und seither dort steht.

Die Jahrhunderthalle, sie steht am Rande des Park Szczytnicki (Scheitniger Park´s) , von 1945 bis 2006 auch Volkshalle (Hala Ludowa) genannt, ist eine bautechnische Pionierarbeit, ein Meilenstein in der Geschichte der Stahlbeton -Architektur und erreichte Monumentalität. Dies vor allem auch deshalb, wenn man den Zeitpunkt ihrer Entstehung betrachtet, Fertigstellung war am 20.05.1913. Sie wurde vom Architekt Max Berg konzipiert und in nur 14 monatiger Bauzeit vom einstigen, nicht mehr existierenden deutschen Bau-unternehmen Dyckerhoff & Widmann AG errichtet. Die Rippenkuppel mit 32 geschwungenen Bindern verfügt über eine freie Spannweite von 65 m und wird von einer Laterne (14,40+6,00 m hoch) in 42 m Höhe gekrönt. Der gesamte Durchmesser beträgt 130 m. Es war das erste Stahlbetonbauwerk der Welt. Die Fassadensanierung und Generalinstandsetzung erfolgte 2009 /10 durch die einstige ALPINE Bau GmbH

Heute noch beeindruckt die Qualität des Sichtbeton´s, was nicht zuletzt dem eigens für Rüstung/Schalung importierten Eisenholz aus Australien zu verdanken ist. Ich war begeistert von diesem schönen Bauwerk.

Quelle: vdi-nachrichten.com
Quelle: vdi-nachrichten.com

Der bekannte Architekt Professor Hans Poelzig, damals Direktor der Breslauer Kunstgewerbeschule, hatte wesentlichen Anteil an dem gesamten Ensemble. Er entwarf den sogenannten viertürmigen Pavillon und die 640 m lange , aus 750 Säulen bestehende, halbelip-tische Pergola um den vor der Halle gelegenen Teich (heute mul-timedialer Springbrunnen). Auch er experimentierte mit neuen Ma-terialien und schaffte mit dem Einsatz von Sichtbeton eine Brücke zur Neuzeit. Im Jahre 2006 wurde sie als "Jahrhunderthalle" in die Liste der UNESCO- Weltkulturerbe aufgenommen.

Zum Weltkongress der Intellektuellen für den Frieden wurde die Halle 1948 erneut in Betrieb genommen. Aus diesem Anlass wurde vor dem Eingang die Nadel (Iglica), eine von drei schweren Schrauben gehaltene, 96 Meter hohe stählerne Konstruktion von Prof. Stanisław Hempel, errichtet. 

Soviel zur Historie, wir waren auf dem

Gelände, in der Halle und natürlich am

großen, fast 10.000 qm großen Teich. Die umlaufenden, mit Weinreben be-wachsenen Pergolen sind eine Augen-weide. Die Wasserspiele mit 800 Lichtpunkten und 300 Fontänen wer-den über elektronische Musik und Lasertechnik gesteuert sind ein künst-lerisches Erlebnis und das Spektakel der besonderen Art. Ab Mittag wird von Mai bis Oktober zweistündlich eine zwanzig minütige Wasser/Licht Show geboten, der Eintritt ist frei. Im Winter fungiert der große Teich als Kunsteisbahn. Wir vier waren vom Gesamtkomplex sichtlich beeindruckt.

Bildergalerie - Jahrhunderthalle (Hala Stulecia), Volkshalle, laut Berg auch "Kathedrale der Demokratie"! 

Unter Brigitte´s aktiven Anregungen begaben wir uns wie-der in Richtung Stare Miasto und fuhren erneut mit den für uns kostenlosen öffentlichen Verkehrsmitteln der Stadt 

Wrocław (Breslau). Wir wollten das anfangs garnicht glauben, doch nachdem wir von anderen deutschen Touristen, denen wir in der wunderschönen Stadt begegneten, dies bestätigten, wegten wir uns in relativer Sicherheit!

Wir fuhren über so beeindrucken-de und markante Brücken wie die Tiergartenbrücke (Most Zwierzy-niecki) einst die Passbrücke und die Grunwald Brücke (Most Grun-waldzki), früher Kaiserbrücke der Oder bzw. alten Oder. Letztere gehört ebenfalls zu den Wahrzei-chen Wrocław´s. 

An der Tramstation Galeria Domi-nikańska, füher Dominikanerplatz, heute eine Shopping Mall großen Kalibers und gingen zu Fuß auf den Marktplatz (Rynek) und die Ul. Świdni-cka, früher Schweidnitzer Straße. Im ältesten Restaurant Europas (1303), dem Schweidnitzer Keller (Piwnica Świdnicka) aßen wir zu Mittag und was wohl bestellten wir, natürlich Bigos, der hervorragend mundete.

Anschließend fuhren wir mit einen Elektromobil durch die historische Altstadt, zur Universität/Aula Leopoldina, zur Dominsel um u.a. die Kreuzkirche und den Breslauer Dom zu besichtigen. Unser Guide, das Fräu-lein Maja war sehr belesen und informierte uns gut und umfangreich!

Übrigens verfügt die Stadt über stolze 112 Brücken über die Oder, alte Oder, Kanäle und Stadtgraben. Inseln auf der Oder sind es ganze zwölf Stück!

Bildergalerie - Impressionen aus der historischen Altstadt, Universität, Aula Leopoldina, Markthalle, Dominsel

Noch haben wir vier einen vollen Tag vor uns, wir müssen jedoch selektieren, wel-chen Sehenswürdigkeiten wir den heuti-gen "Zuschlag"! Das wollten wir festle-gen, nachdem uns wiederum das vorzüg-liche Frühstück im "Slask" (erneut gab es nur lobende Worte) schmecken ließen. Die Entscheidung fiel uns nicht leicht, zu-mal es ja noch soviel in Schlesiens Metro-pole anzusehen und zu besuchen gibt!

Die Wahl endete mit einem Punkte-sieg für - Sky Tower, Alter Jüdische Friedhof und Schweidnitzer Straße. Auf polnisch heißt es Punkt Widoko-wy, Cmentarz żydowski i ulica Świd-nicka. Letztere liefen wir 900 m vom Rynek bis zur Kreuzung Marschall-J.-Piłsudski-Straße, mit dem Ziel, die 14 lebensechten Skulpturen aus Bronze der Passage/Übergang (Przejście) auf dem Gehweg zu fotografieren. Also auf ging es und Anfangs wieder mit der Tram!

Bildergalerie - Sky Tower, Alter Jüdischer Friedhof und ringsum die Schweidnitzer Straße

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